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Blindenfreizeit: Bilder in den Köpfen der Blinden

28. August 2019 12:39 by Judith Olsen | Category: Allgemein, Blindenhörbücherei, IBSI

Die blinde Teilnehmerin Duc Hanh erfühlt eine übergroße Eistüte, die vor einer Eisdiele steht. | Foto: Hans-Jürgen TaronDie blinde Teilnehmerin Duc Hanh erfühlt eine Eistüte. | Foto: Hans-Jürgen Taron

Wozu eigentlich eine Freizeit für Blinde? Die sehen doch eh nichts. Lohnt es sich da überhaupt an andere Orte zu fahren? Auf jeden Fall. „Auch Blinde haben das Bedürfnis unterschiedliche Orte, Landschaften und Länder kennen zu lernen“, sagt Andre Thäder, Leiter der Hope Hörbücherei, der die diesjährige Blindenfreizeit in Freudenstadt organisierte. Die Sprache, Atmosphäre, die Kultur und das Klima sind nicht nur mit den Augen erfahrbar, sondern auch durch das Hören, Riechen und Schmecken. Aber was heißt das konkret? Jeder Ausflug der Blindenfreizeit wurde vorab erst einmal ausführlich beschrieben. Außerdem versuchte das Team etwas vorzubereiten, was die Teilnehmer ertasten konnten. Zum Beispiel ein Fühlbild mit dem Grundriss der Stadt, die besucht wurde oder mit Modellen von markanten Gebäuden. Dieses Jahr gab es unter anderem Ausflüge in die Straßburger Altstadt, ins Europaparlament sowie zu einem Baumwipfelpfad. Blinde können sehr genau spüren was sie gerade erleben: den Wind in den Baumwipfeln, die sakrale Stimmung einer Kirche oder die Atmosphäre eines Parlamentsgebäudes.

Die Freizeitteilnehmer genießen den Austausch unter Mitbetroffenen, außerdem trauen sie sich in der Gruppe Dinge, die sie sich alleine nicht zutrauen.

Abends erzählten sich die 19 Blinden und Sehbehinderten was sie am Tag „gesehen“ haben. Denn in den Köpfen der Blinden entstehen Bilder der Dinge, die sie gespürt, gehört, gerochen und geschmeckt haben.

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